Endlich beginnt das Gruppentraining

Endlich beginnt das Gruppentraining

Teilnehmer und Trainer haben eisern durchgehalten – und werden jetzt belohnt

Hut ab – die Lauf-geht’s-Läuferschar lässt sich nicht beirren. Herzstück des Gesundheitsprogramms „Lauf geht’s“ sind – eigentlich – die wöchentlichen Trainingstreffs in der Gruppe. Corona fetzte dazwischen: Keine Treffs. Seit Monaten. Bis jetzt. Diesen Dienstag begegneten sich zum ersten Mal seit Programmstart Anfang April mehrere Läuferinnen und Läufer leibhaftig. Endlich beginnen die Gruppentraings – wenn auch natürlich unter ganz anderen Vorzeichen, als es das Programm in seiner Ur-Form vorsah. Das Ziel bleibt unterdessen bestehen: Wer sich fit genug fühlt und den Trainingsplan zum größten Teil bisher durchgezogen hat und weiter durchziehen will – wird am Ende einen Halbmarathon schaffen. Noch ist unklar, wann und wo genau die Lauf-geht’s-Leute sich im Herbst der 21-Kilometer-Herausforderung stellen werden. Corona lehrte und lehrt alle, Unsicherheit auszuhalten, abzuwarten, das Beste zu hoffen.

Jacqueline Wehaus, Marketing-Teamleiterin und Lauf-geht’s-Managerin beim Zeitungsverlag Waiblingen, setzt sich seit Monaten unermüdlich dafür ein, das Programm trotz der mehr als widrigen Umstände am Laufen zu halten. Jeden Tag verschickte das Team Newsletter mit Videos, Anleitungen, Tipps, Motivationshilfen, um angeleitetes Training auch ohne Gruppentreffs möglich zu machen. Es bildeten sich Zweierteams, man tauschte sich über Facebook und Instagram aus, und als der Waiblinger Stadtlauf dann auch noch ins Wasser fiel, dokumentierten die Teilnehmer halt einen entsprechenden Allein-Lauf mittels Pulsuhr und stellten die Daten ins Netz. „Ich bewundere sie alle – ehrlich. Wie tapfer sie das alleine durchgezogen haben!“, sagt Jacqueline Wehaus. Wie geduldig und motiviert die Trainer all die Zeit am Ball blieben und mit wie viel Elan sie jetzt starten – das wird sie nie vergessen.

Durchhaltevermögen und Zuversicht zahlen sich aus. Das erste Gruppentraining am Dienstag fand gar noch unter schärferen Bedingungen statt: Von diesen Mittwoch an dürfen sich 20 Menschen im öffentlichen Raum treffen, davor nur zehn. Die Trainer bilden entsprechend die Gruppen. Jeder Teilnehmer gibt zu Beginn einen ausgefüllten Zettel ab: Sollte jemand positiv auf Covid 19 getestet werden, ließe sich anhand der Infos nachvollziehen, wer mit wem wann in welcher Gruppe trainiert hat. Selbstverständlich kann auch jeder, der weiterhin allein oder zu zweit trainieren möchte, diesen Modus beibehalten – frei nach dem Motto, welches das Lauf-geht’s-Programm in diesem Jahr begleitet: Geht nicht gibt’s nicht.

“Enthusiastisch“ starte sie nun mit ihrer Gruppe ins Training, sagt Trainerin Maria Dröghoff beim ersten Treff in Winnenden. Gespannt wie ein Flitzebogen und voller Vorfreude erwartet sie das erste persönliche Treffen: Wie sind die Leute drauf? Wie weit sind sie bisher gekommen mit ihrem Training – so ganz ohne direkten Trainerkontakt?

Sandra Staiger fand am Anfang gut ins Training, absolvierte diszipliniert ihre Einheiten – und hatte dann nach einer Weile doch Mühe, dranzubleiben, erzählt sie. Umso besser, dass die Gruppen jetzt endlich zusammenfinden und die Teilnehmer sich gegenseitig stärken können.

Andreas Dietz kennt das Lauf-geht’s-Programm bereits aus dem Vorjahr – und hat sich 2020 gleich wieder angemeldet. Die Corona-Zeit konnte er gut nutzen – „da hast du sowieso was machen müssen.“ Und Laufen bot sich an, weil das zu jeder Zeit möglich war, wenn auch zeitweise nur allein oder höchstens zu zweit.

Sandra Staiger hält es sich noch offen, ob sie am Ende wirklich einen Halbmarathon laufen möchte oder sich mit einer kürzeren Strecke zufriedengibt. Dieter Stegmaier hat die Entscheidung bereits getroffen: Er strebt eine Zehn-Kilometer-Strecke an, und stolz wie Bolle wird er im Ziel einlaufen, das sieht er schon ganz klar vor sich. Na denn: Lauf geht’s!