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Falsche Theorien übers richtige Training – wir klären auf

Fit und gesund: Viel hilft nicht viel und den zu dicken Bauch kann auch keiner gezielt wegtrainieren.

Zu einem gesunden Lebensstil gehört regelmäßige Bewegung. Es lebe also der Sport! Oder gilt vielleicht doch eher: Sport ist Mord? Um Sport und sinnvolles Training ranken sich viele Mythen. Es gibt dazu flotte Sprüche und angeblich sichere Tipps. Oft aber sind das lediglich fragwürdige Theorien – und einige davon sind schlichtweg falsch. Wir klären auf:

Dehnen vor dem Sport schützt vor Verletzungen

Das Gegenteil ist der Fall. Durch das Dehnen wird die Muskulatur in die Länge gezogen. Das kann in kaltem Zustand zu Verletzungen führen. Um die Muskeln vor dem Sport zu aktivieren, ist ein leichtes (ggf. dem Dehnen vorgeschaltetes) Aufwärmprogramm die bessere Wahl.

Die Fettverbrennung beginnt erst nach 30 Minuten

Von der ersten Trainingsminute an verbraucht unser Körper Energie. Diese zieht er immer aus mehreren Quellen, vor allem aus Kohlenhydraten und Fett. Mit der Dauer des Trainings erhöht sich allerdings der Anteil der Fettverbrennung, die nach circa 20 bis 30 Minuten auf Hochtouren läuft.

Seitenstechen entsteht durch falsche Atmung

Zur Ursache des Seitenstechens gibt es viele Theorien. Sportmediziner vermuten, dass das Zwerchfell eine Rolle spielt: Gerät der Atemmuskel aus dem Takt, etwa weil man sich beim Joggen unterhält, kann es verkrampfen und schmerzen. Um das zu vermeiden, sollte man vor dem Training nicht zu viel essen und einfach langsam starten. Erwischt es einen trotzdem, legt man am besten eine Pause ein und atmet tief in den Bauch ein und aus.

Viel Training bewirkt auch viel

Viel hilft viel – wer nach diesem Motto Sport treibt, läuft Gefahr, sich maßlos zu überfordern. Fakt ist, dass die meisten Sportverletzungen durch Überlastung entstehen.

Muskelkater bedeutet effektives Training

Wenn es am Tag nach dem Sport im trainierten Muskel zieht oder zwickt, hat man seinen Körper schlichtweg überfordert. Schmerzende Muskeln sind ein Zeichen für winzigste Risse im Muskelgewebe. Die Ursache dafür ist eine zu große oder ungewohnte Belastung. Wer nun einfach unbeeindruckt weitersportelt, riskiert einen Muskelfaserriss.

Bauchtraining macht den Bauch schlanker

Ein punktueller Fettabbau lässt sich auch durch gezielt ausgeführte Übungen nicht wirklich erreichen. An Bauch, Hüften und Schenkeln hält sich Fett nun einmal besonders hartnäckig. Das richtige Training kurbelt den Stoffwechsel im gesamten Körper an. Wer langfristig Fett abbauen will, sollte Ausdauersportarten wie Laufen, Walking, Radfahren und Schwimmen wählen.

Wer fit ist, schwitzt weniger beim Sport

Falsch. Je besser man trainiert ist, desto mehr Schweiß gibt der Körper unter hoher Belastung ab. Dieser verdampft auf der Haut und kühlt die darunter liegenden Blutgefäße. Der Körper hält so seine Temperatur im grünen Bereich.

Mehr Erfolg durch Fitnessdrinks

Die meist isotonischen Fitnessdrinks verleihen angeblich wahre Zauberkräfte. Dieses Image wird durch die Werbung der Lebensmittelindustrie perfekt gepflegt. Die künstlich zugesetzten Extras für mehr Power halten bei weitem nicht das, was sie vollmundig versprechen – meist sind sie sogar komplett verzichtbar. Für sportliche Aktivitäten unter einer Stunde reicht Wasser als Durstlöscher völlig aus. Bei längerem Ausdauersport sind lediglich Natrium und Kohlenhydrate wirklich essenziell. In einer Saftschorle aus zwei Teilen Mineralwasser und einem Teil Saft hat man diesen Bedarf bereits bestens gedeckt.

Maßvoller Sport – immer eine gute Idee

Ausdauersport wirkt sich vielfach positiv auf Körper, Geist und Seele aus: Herz und Kreislauf kommen in Schwung, das Immunsystem wird gestärkt, Muskeln und Organe werden besser durchblutet. Frische Luft in Kombination mit Bewegung tut der Sauerstoffversorgung des Körpers besonders gut. Trainierte Muskeln entlasten zudem die Gelenke und beugen Rückenleiden vor. Außerdem hilft Ausdauersport beim Stressabbau, reguliert den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und erhöht die Konzentrationsfähigkeit.Maßvoller Sport ist also immer eine gute Idee. In den AOK-Gesundheitsangeboten finden sich zahlreiche Bewegungskurse unter qualifizierter Anleitung. Infos und Anmeldung unter 0 71 51/139-300 sowie online: aok-bw.de/gesundheitsangebote.