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Foto: Bernd Würsching

Lauf-geht’s-Läuferschar im Glück

Bernd Kauffmann freut sich wie ein Schneekönig, dass er den Meilensteinlauf so gut bewältigt hat: „Ziel erreicht!“ Das ganz große Ziel aller Lauf-geht’s-Leute, der Halbmarathon Ende September, flößt ihm durchaus Respekt ein. Aber: „Wir schaffen das“. Die Teilnehmer des Gesundheitsprogramms „Lauf geht’s“ sind am vergangenen Samstag in Welzheim allerbestens gelaunt, motiviert bis in die Zehenspitzen und wild entschlossen, zu zeigen, was in ihnen steckt. Die Mehrzahl entscheidet sich für die Fünf-Kilometer-Strecke; eine kleinere Gruppe wagt sich bereits an die Zehn-Kilometer-Distanz.

Bevor es losgeht, schüttet es wie aus Eimern – na und? Wo ein Wille, da ein Weg, also kuschelt man sich unter Kastanien eng zusammen und hopp, hopp, hopp, Ausfallschritte, Einbeinbeuger, Hüftkreisen – als ob so ein bisschen Regen die Läufer von ihren Mobilitäts- und Stabilisierungsübungen abhalten könnte.

Unterdessen rettet Jacqueline Wehaus den Stand des Zeitungsverlags Waiblingen (ZVW) vorm Davonfliegen, denn es schüttet nicht nur, es windet auch. Jacqueline Wehaus gehört zum Marketing-Team des ZVW, und sie ist die Seele des Lauf-geht’s-Projekts, sein Herz sozusagen. Immer vor Ort, behält sie stets den Überblick, hat alles im Griff, selbst wenn eine Böe den Stand stehlen will. Ohne Menschen wie sie wäre ein Projekt wie Lauf geht’s nicht realisierbar. Das gilt auch für all die Helfer an der Strecke. Die Feuerwehr sperrt die Straße ab, kurz vor Halbzeit stehen freundliche Menschen am Wegesrand und strecken einem Becher mit Wasser oder „Iso“ entgegen. Pünktlich zum Startschuss kommt zumindest von oben kein Wasser mehr. Unterwegs kommt einem eine der Trainerinnen entgegen, Bianca Bohn. Sie lacht, hebt den Daumen und ruft: „Super!“ Wie nett ist das denn, und sogleich fährt ein Energieschub in die Beine – da geht noch was, also los.

Die Wirkung des Herdentriebs ist nicht zu unterschätzen. Sehr viele Blaue-T-Shirt-Träger sind in ganz unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs. Zu jeder Zeit findet sich jemand, an den man sich anhängen kann. Das hilft ungemein für den Fall eines Durchhängers, der zum Bremsen zwingt.

Auch Helfer vom Roten Kreuz sind auf der Strecke unterwegs. Irgendwie beruhigt das sehr, denn du denkst, wenn du jetzt kollabierst, ist gleich einer da.

Lauf-geht’s-Leute kollabieren nicht. Sie wissen: Langsam laufen ist besser. Gut, es kommen einem dann die ganz flotten Sportler entgegen, die rennen, als ging’s um ihr Leben. Eine ganz andere Liga – jeder, wie er kann und wie er mag. Und mal ehrlich – ein bisschen ausgemergelt sehen manche von denen schon aus, oder nicht?

Melanie Möck zählt zur Blaue-T-Shirt-Fraktion. Sie schnauft noch aus, während sie auf den Bildschirmen am Start- und Zielpunkt nach ihrer Zeit sucht. „Es war aufregend“, resümiert sie – und eine Premiere, denn das war ihr erster Lauf dieser Art.Während alle nacheinander eintrudeln, hält Jacqueline Wehaus die Stellung am ZVW-Stand, so wie sie das immer tut. Sie beantwortet Fragen, checkt die Lage, sorgt dafür, dass jeder seine Jacke wieder kriegt – und freut sich über all die strahlenden Gesichter ringsum. Laufeinsteigerin Melanie Möck spricht aus, wie sich wohl die meisten jetzt fühlen: „Ich bin sehr glücklich