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Ohne Laufsport fehlt ihm was

 

Thomas Ovelgönne (52) leitet ein Lauf-geht’s-Trainerteam und zeigt sich beeindruckt von den Fortschritten der Teilnehmer.

Der 52-Jährige leitet das Trainerteam der Dienstagsgruppe, läuft selbst seit mehr als 30 Jahren – und zieht den Hut vor allen Lauf-geht’s-Leuten.„Ganz erstaunliche Fortschritte“ sind jetzt schon zu sehen. Viele haben Ende März bei null angefangen – und kürzlich den Fünf-Kilometer-Lauf in Welzheim mit Bravour gemeistert. 

Ein Rat: Sich kleine Ziele setzen 

Außerhalb des Gruppentreffs noch dreimal pro Woche trainieren, das ist natürlich eine Herausforderung und nicht immer für jeden leistbar, dessen ist sich Thomas Ovelgönne bewusst. Sein Rat: Sich kleine Ziele setzen, von Woche zu Woche denken, die kleinen Fortschritte sehen und sich mit anderen Läufern zusammenschließen. Alleine loszulaufen ist schwieriger; im Team fällt’s leichter. 

Wer erst jetzt in den Trainingsplan einsteigt „und das konsequent verfolgt, der schafft das auch“, sagt Thomas Ovelgönne mit Blick auf den Halbmarathon Ende September. Das Programm ist so aufgebaut, dass auch Einsteiger bis dahin fit genug sind, die Laufstrecke von 21 Kilometern zu bewältigen. Nicht die Zeit entscheidet am Ende über den Erfolg – sondern die Ausdauer. 

Video: Joachim Mogck

Jeder kann auf passendem Niveau trainieren

Natürlich unterscheiden sich die Lauf-geht’s-Leute enorm in Fitness und Schnelligkeit. Deshalb wurden gleich zu Beginn innerhalb der drei Hauptleistungsgruppen Untergruppen gebildet, so dass jeder auf passendem Niveau trainieren kann. Dennoch gab’s vereinzelt Fälle, da eine Gruppe während des Trainings zu weit auseinanderfiel. Auf solche Widrigkeiten reagiert das Team prompt. Thomas Ovelgönne wendet nun mit seinen Trainern die Kreiselmethode an: Die Vorderen ziehen bei Bedarf Schleifen, so dass sich die Gruppe immer wieder zusammenfügt. 

Das Programm selbst bewertet der passionierte Läufer als „wirklich gut“. Auch er selbst und die anderen Trainer profitieren, wie er sagt, in vielfältiger Weise. Beispielsweise die Mobilitäts- und Stabilisierungsübungen, ein bedeutender Baustein des Programms, nutzen auch jenen, die sich seit Jahren im Laufsport engagieren. 

Ovelgönne selbst, im Hauptberuf Abteilungsleiter beim Druckhaus Waiblingen, hat vor mehr als 30 Jahren diese Ausdauersportart für sich entdeckt. Sein Bruder absolvierte seinerzeit längere Crossläufe – und dessen Begeisterung steckte an. Ohne Rücksprache meldete der Bruder ihn zu einem 35-Kilometer-Lauf an – und von da an gab’s kein Halten mehr. Damals wie heute läuft der 52-Jährige drei- bis fünfmal pro Woche – sonst fühlt er sich nicht wohl.

Ein mehrfacher Bänderriss zwang ihn vor kurzem zu einer längeren Pause. Er war beim Laufen über ein Stahlseil gestolpert, das er nicht gesehen hatte – „da war dann Schluss mit lustig“. Inzwischen hat er die Schiene ablegen können – und ist wieder laufend unterwegs. Während der Gruppentrainings immer dienstagabends in Endersbach drückt er eher auf die Bremse als aufs Gas. „Viele sind zu schnell unterwegs. Wenn wir ein Stück weit Tempo rausnehmen, dann schadet das keinem“, mahnt der Trainer. Er nutzt einen einfachen Trick um abzuchecken, ob sich jemand überfordert: „Ich spreche die Leute beim Laufen an. Wer sich noch unterhalten kann, der läuft in der richtigen Geschwindigkeit.“

Die gute Stimmung unter den Teilnehmern wie innerhalb des Trainerteams macht Laune. Thomas Ovelgönne hofft, dass möglichst viele Einsteiger auch nach Ende des Lauf-geht’s-Programms dem Sport treu bleiben: „Das tut einem so gut. Ich möchte nicht mehr darauf verzichten“, sagt er.